Klimaschutz ist ein Gewinn für Gemeinden

Gemeinden spielen eine zentrale Rolle beim Klimaschutz und der Energiewende. Sie können durch energieeffiziente Gebäude, nachhaltige Beschaffung und klimafreundliche Investitionen nicht nur CO₂-Emissionen reduzieren, sondern langfristig auch Kosten sparen.

Die Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Mostlandl Hausruck unterstützt ihre 33 Mitgliedsgemeinden dabei, Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen die kommunale Energiebuchhaltung, die Vernetzung und Weiterbildung von Gemeindevertreter sowie die Unterstützung bei konkreten Projekten.

Kommunale Energiebuchhaltung

Seit 2017 werden die Energieverbrauchsdaten öffentlicher Gebäude und Anlagen aller 33 Mitgliedsgemeinden jährlich erhoben und ausgewertet. Dadurch können Entwicklungen sichtbar gemacht, Gemeinden miteinander verglichen und Einsparpotenziale identifiziert werden. Die Daten bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für kommunale Investitionen und zeigen den Fortschritt hin zu einer klimaneutralen Region. 

Die Entwicklungskennzahlen dienen der Darstellung des KEM Fortschritts anhand belastbarer Zahlen. Jede KEM wählt mind. 5 Kennzahlen aus einem Themenset aus. Die Kennzahlen können mit jeder Weiterführung gewechselt werden. Daher liegen nicht für jede Kennzahl die Jahreswerte vor.

Kategorie Anteil energieeffizienter Lichtpunkte in der Straßen-
beleuchtung
E-Ladestellen PKW öffentlich zugänglich pro 1000 EW
Anteil erneuerbare Wärme kommunale Gebäude 
PV auf kommunalen Gebäuden und Anlagen pro 1.000 EW
Anteil der Dauerkarten-
besitzer in der Region (ÖPNV)
PV installiert pro EW
Anteil kommunaler E-Fahrzeuge am Bestand
Einheit % Anzahl / 1000 Einwohner:innen %
kWp / 1000 Einwohner % kWp / Einwohner:innen %
2017 52,50 0,28
7,93 0,71

2018 54,40 0,38
9,12 0,73

2019 57,90

9,85 6,78 0,15 3,94
2021 70,80

11,00 6,07 0,54 2,78
2022 74,70

12,30 7,13 0,96 4,61
2023 80,40 4,05 72,64 16,90
1,49
2024 82,00 4,05 70,00 30,86
1,89
2025 82,00 4,95 70,26 36,29
2,08

Die aktuellen Erfolgsindikatoren der Region sind auch unter https://www.klimaundenergiemodellregionen.at/modellregionen/liste-der-regionen/getregionbyanr/?id=B67184 abrufbar.


Klimarelevanztool für Gemeinden

Wie wirken sich kommunale Entscheidungen auf das Klima aus? Das kostenlose Klimarelevanztool von klimaaktiv unterstützt Gemeinden dabei, geplante Vorhaben bereits vor der Umsetzung auf ihre positiven und negativen Klimaauswirkungen zu überprüfen.

Das Tool wurde von der Österreichischen Energieagentur für die österreichweite Anwendung bereitgestellt. In der Region Mostlandl Hausruck wurde es unter anderem im Rahmen kommunaler Klimastrategien vorgestellt und bei einzelnen Bauvorhaben eingesetzt. Es steht allen Gemeinden als freiwillige Entscheidungshilfe zur Verfügung. 

Zum kostenlosen Klimarelevanztool von klimaaktiv

 

Unterstützung bei kommunalen Klimaschutzprojekten

Die KEM unterstützt die Mitgliedsgemeinden bei der Entwicklung und Einreichung von Förderprojekten im Bereich Klimaschutz und Klimawandelanpassung. In den vergangenen Jahren konnten unter anderem klimafreundliche Bauhofgeräte, Maßnahmen zur Hochwasservorsorge und Entsiegelungsprojekte unterstützt werden.

Im Rahmen des Förderprogramms KLAR! Invest 2024 wurde das Projekt „Resiliente Infrastruktur: Entsiegelung, Begrünung und Hochwasserschutz im Mostlandl Hausruck“ umgesetzt. Dabei wurden im Ortszentrum von Pollham rund 320 m² Verkehrsflächen entsiegelt und neugestaltet, davon rund 200 m² als begrünte Versickerungsflächen. Die Maßnahmen verbessern die Regenwasserversickerung, reduzieren das Überflutungsrisiko bei Starkregen und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei.

Zusätzlich wurden drei mobile Schmutzwasserpumpen für die Feuerwehren in Gaspoltshofen, Waizenkirchen und Unterstetten angeschafft, um die Einsatzfähigkeit bei Starkregen- und Hochwasserereignissen zu stärken. Die Umsetzung erfolgte 2025 und 2026 mit Unterstützung des Klima- und Energiefonds.

"Paris, wir kommen"
Ein Angebot vom Klimabündnis Oberösterreich

Im Rahmen des Klimabündnis-Programms „Paris, wir kommen“ wurden die Gemeinden Bad Schallerbach, Waizenkirchen und Pichl bei Wels bei der Entwicklung kommunaler Klimastrategien begleitet. Dabei werden konkrete Handlungsmöglichkeiten in Bereichen wie Energie, Mobilität, Raumordnung und nachhaltiger Beschaffung erarbeitet.

Auch die nachhaltige öffentliche Beschaffung ist ein wichtiger Schwerpunkt. Die KEM informiert die Gemeinden über den österreichischen Aktionsplan für nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe) und unterstützt bei der Berücksichtigung ökologischer Kriterien.

Waizenkirchen macht sich klimafit!

Gmunden hat es bereits vorgemacht und neun weitere oberösterreichische Gemeinden werden in den kommenden Monaten den Weg beschreiten, im Zuge der Aktion „Paris, wir kommen“ eine kommunale Klimastrategie zu erarbeiten.

Als Klimabündnis-Gemeinde hat sich Waizenkirchen im vergangenen Jahr um die Teilnahme an diesem Projekt beworben und wurde nun im März ausgewählt, in einem vom Klimabündnis OÖ in Zusammenarbeit mit dem Land OÖ geführten Prozess die Rahmenbedingungen für eine zukünftig klimaschonende Gemeindeverwaltung abzustecken.

Foto: Land OÖ: v.l.n.r. BGM Fabian Grüneis, GVM Harald Geissler, GF Klimabündnis Norbert Rainer, LR Stefan Kaineder, GR Sieglinde Forste

Erfolgreicher Startworkshop in Pichl

Auch die Gemeinde Pichl bei Wels erarbeitet gemeinsam mit dem Klimabündnis eine kommunale Klimastrategie. Dafür haben sich am 13. April der Bürgermeister und einige Ausschussmitglieder zum Startworkshop getroffen und dabei die Themenbereiche für den bevorstehenden Prozess abgesteckt. Die Gemeinde wird sich in den nächsten Monaten mit folgenden Themen intensiv auseinandersetzen:

  • Klimafreundliche Mobilität
  • CO2 neutrale Energie und Gebüude, Bodenschutz und Raumordnung
  • Bewusstseinsbildung, Beschaffung & Ernährung, Lebensstil und Kreislaufwirtschaft 

Foto: Klimabündnis Oberösterreich